ad or Mad?


Weil der Mensch, als König der Arten, an der Spitze der Nahrungspyramide steht, findet sein darwinistischer Überlebenskampf innerartlich statt. „Homo homini lupus“, „der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, sagt eine alte lateinische Sentenz. Wer gut täuschen kann ist anderen überlegen, er hat die überlebenstüchtigeren Gene. 

 


Ob es uns gefällt oder nicht, Überlegenheit wird stets bewundert, auch wenn die Gesetze der Kultur grob missachtet wurden. Die Lüge ist die Währung der Erotik, Frauen täuschen einen Orgasmus vor und Männer heucheln Liebe und dafür werden sie geliebt. Es sind die schmutzigen Jungs und Mädels, die Herzen brechen. Sigmund Freud nannte es das Unbehagen in der Kultur. 


Sich verrückt geben kann auch eine List sein. Viele klassische Gestalten wie König David oder der arabische Mathematiker Ibn al-Heithem täuschten ein Gebrechen vor, um, wie Odysseus unter den Freiern im Haus der Penelope, ein irres Lachen über die eigene Hybris zu erzeugen.


Was ich in der Forensik von den besten Lehrmeistern in Deutschland gelernt habe, ist, dass gerade Gesetzesbrecher ein ausgeprägtes Unrechtsempfinden besitzen. Im Grunde sind sie wie kleine Kinder: Irritiert von ihrem delinquenten Erfolg und aus Angst selbst Opfer zu werden machen sie weiter mit ihrer Masche, in der unbewussten Hoffnung, dass endlich ein wohlwollender Erwachsener in ihr „Kinderzimmer“ kommt und ihnen das „böse Spielzeug“ wegnimmt ohne sie gleich „tot zu schlagen“. 


Psychiatrische Gutachter gibt es viele, doch vielen Psychiatern fehlt es an Behandlungserfahrung mit schwersten Persönlichkeitsstörungen. Ihren Probanden mangelt es oft an finanziellen Mitteln für engagierte Anwälte, so bleiben Begutachtungsfehler häufig unentdeckt. Reine Begutachtungs-erfahrung ist leider noch kein Qualitätsmerkmal. 

 


Es ist ein impliziter und selbst in Fachkreisen weit verbreiteter Irrglaube Qualitätsabstriche in der Behandlung und Begutachtung von Straftätern seien ein probates zusätzliches Sanktionierungsmittel. Nach meiner Erfahrung erkennen Straftäter oft implizit diese Täuschung und reagieren sehr heftig mit Abbruch der Zusammenarbeit oder gar mit tätlichen Übergriffen. Man mag darüber streiten, ob dies in einigen Fällen auch therapeutisch sinnvoll sein kann. Verhaltensspiegelungen können Wunder in der Therapie bewirken. Pauschal oder unbewusst eingesetzt entstehen hieraus jedoch zu viele Folgefehler und Kollateralschäden.

Überall dort wo diese Fehler sich häufen, werden Urteile angreifbar und psychotherapeutische Behandlung unmöglich. Die Rechtsgeschichte ist reich an spektakulären Fehlurteilen. Wer billig kauft, oder auf ein gefälliges Echo reinfällt, muss oft zweimal Geld ausgeben, weil Obergerichte die Sache kassieren. Insider wissen, je kürzer, je verständlicher die Urteilsbegründung, desto geringer ist der Justizirrtum.


Rechtssicherheit in der Kultur entsteht nur dort wo Justiz kompetent, maßvoll geregelt und vollzogen wird. Meine Praxis steht für Recht schaffen durch Qualität.




Zuletzt noch ein leider notwendiger Appell an alle Mitarbeiter der Sozial- und anderer Versicherungsträger: Bitte verzichten Sie darauf nur so zu tun, als würden Sie mir einen Auftrag mit angemessener Entschädigung anbieten. Zum Schutz meiner ärztlichen Tätigkeit vor Preisdumping, bis weit unterhalb des Mindestlohns, habe ich für einschlägige Sachbearbeiter ein Formular entworfen, das Sie sich bitte vor der Erteilung eines üppigen Auftrages herunterladen wollen. 


Das Original der Abbildung „Wasserprobe“ stammt aus dem Heidelberger Sachsenspiegel.

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg164

Mit der freundlichen Genehmigung der Bibliotheken habe ich die Abbildungen digital überarbeitet.

Die Abbildung von Dr. Martin Schott wurde mit der Genehmigung der Bildagentur Imago. überarbeitet 


Der Text dieser Unterseite und die hier zum Herunterladen angebotenen Dokumente stammen, falls nicht anders bezeichnet, von mir und wurden notariell hinterlegt. Auch wenn das Nachahmen in der menschlichen Natur tief verwurzelt ist und ich mich geschmeichelt fühlen darf, wenn Sie meine geistige Arbeit unter Ihrem eigenen Namen veröffentlichen, so möchte ich Sie dennoch bitten

 unter Ihrem Namen ausschließlich Ihre eigene Texte zu veröffentlichen. 

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