as IfaM fördert und wirbt für eine Mehrpersonenpsychologie als Weiterentwicklung des herkömmlichen Ein-Personen-Ansatzes des ICD.

Seit den Anfängen des Rechts hat sich das Rechtsverständnis von einem altägyptischen Sippenrecht über das römische patria potestas, dem Vorrecht der Väter, hin zu einem modernen Individualstrafrecht entwickelt. Schuld trägt heute immer nur noch der Einzelne, das Individuum, Mehrpersonenerklärungen gelten als diluvial. 


Die moderne Ein-Personen-Psychologie folgt diesem Ansatz und versucht mit Hilfe des ICDs definierte Beschreibungen für die Verhaltensauffälligkeiten Einzelner zu finden. Immer ausgefeiltere Steckbriefe sollen kranke Individuen von gesunden trennen. Diese Entwicklung stößt bei einigen Phänomenen, wie der dissozialen Egomanie, die man umgangsüblich als Narzissmus bezeichnet, an ihre Grenzen.


Man kann Narzissmus im Sinne einer Ein-Personen-Steckbriefpsychologie verstehen, als dissozial-unbezogener Irrweg eines selbstverliebten Majestätssubjektes. 


Die Selbstverliebtheit des Narzissten könnte aber auch im Sinne einer Mehrpersonenpsychologie verstanden werden, als Endstrecke eines misslungenen Bindungsversuch einer oder mehrerer Personen, die um eine zentrale Figur buhlen. 


Durch das überzogene und erfolglose Werben des Schwarms (Echo) verfällt der Umschwärmte (Narziss) in einen tragischen Irrtum. Die Schmeicheleien und die sexuelle Hingabe der, mit allen Mitteln, Werbenden erzeugen in dem, von dem Werben unberührten, Umschwärmten eine Illusion von, meist sexueller, Allmacht. 


Je erfolgloser das Werben verläuft, um so mehr bekommen die Schmeicheleien der Verschmähten eine aggressive Beimischung. In der Endstrecke wird der unendliche Widerhall des Beifalls zu einer Art von heimtückischer Rache für die Ablehnung, die sich immer deutlicher hinter dem erotischen Versteckspiel erahnen lässt. 


Der von den Schmeicheleien, dem Echo seiner Größenphantasien, Berauschte verfällt zunehmend in einen gewalttätigen Hochmut, eine Hybris, die zur Nemesis einer Kompetenzillusion wird. Von Schmeichelei zu Schmeichelei, langsam und unbemerkt, entfernt sich seine innere Wahrnehmung  immer mehr von der objektiv nachprüfbaren Realität. 


Am Ende geraten die Umschwärmten in einen vollkommen berauschten Zustand, eine Art von Besoffenheit von der eigenen Grandiosität. In der griechischen Mythologie findet sich dieser Rausch in dem „asbestos gelôs“, dem Homer`schen Lachen der Freier im Haus der Penelope.


Viele Männer verfallen dieser Verführung. Wie ihre, abseits des Beischlafs verschmähten, Konkubinen und die betrogenen Ehefrauen werden diese Pick-up-Artisten zu tragischen Figuren in einer dramatischen Inszenierung einer Kleingruppe, 


Erst durch den Mehrpersonenblick wird das Handeln als kollusives Beziehungsarrangement erkennbar, als Krankheit eines Schwarms. Die Schwärmenden werden zu einem autopoietischen Organismus und der Beifall wird Teil einer Abstoßungsreaktion gegenüber dem zentralen, vom Beifall umnebelten Fremdkörper.

Illustration Stefan Joost, unter Verwendung von Fotographien von: 


Der Text dieser Unterseite und die hier zum Herunterladen angebotenen Dokumente stammen, falls nicht anders bezeichnet, von mir und wurden notariell hinterlegt. Auch wenn das Nachahmen in der menschlichen Natur tief verwurzelt ist und ich mich geschmeichelt fühlen darf, wenn Sie meine geistige Arbeit unter Ihrem eigenen Namen veröffentlichen, so möchte ich Sie dennoch zur Ordnung rufen: 

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